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ABSTIMMUNG · 05.03.2026

Umge­staltung des Bürgergelds zur neuen Grundsicherung (SGB II)

Angenommen Arbeit und BeschäftigungSoziale Sicherung

Ergebnis

320Ja
268Nein
2Enthaltung
40Abwesend

So haben die Fraktionen gestimmt

CDUgeschlossen Ja
163001
AfDgeschlossen Nein
0132019
SPDmehrheitlich Ja
113025
Grünegeschlossen Nein
08005
Linkegeschlossen Nein
05508
CSUgeschlossen Ja
43001
parteilosgeschlossen Ja
1001
SSWgeschlossen Nein
0100
JaNeinEnthaltungAbwesend

Worum ging es?

Der Bundestag hat in namentlicher Abstimmung dem Gesetzentwurf zur Umgestaltung des Bürgergelds zu einer neuen Grundsicherung zugestimmt. Ziel der Reform ist laut Regierung ein Sozialstaat mit klareren Regeln, in dem staatliche Unterstützung stärker an Eigenverantwortung und Mitwirkung der Leistungsbeziehenden gekoppelt wird.

Ein zentraler Bestandteil der Bürgergeld-Reform ist die stärkere Verpflichtung zur Arbeitsaufnahme für erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Künftig sollen sie ihre Arbeitskraft im maximal zumutbaren Umfang einsetzen. Vor allem alleinstehende Empfängerinnen und Empfänger der Grundsicherung sollen grundsätzlich verpflichtet werden, eine Vollzeitbeschäftigung aufzunehmen, wenn dies zur Beendigung der Hilfebedürftigkeit erforderlich und zumutbar ist. Gleichzeitig soll die Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung Vorrang vor anderen Maßnahmen erhalten. Qualifizierung und Weiterbildung bleiben jedoch wichtige Instrumente für eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt – insbesondere für Menschen unter 30 Jahren.

Auch für Eltern in der Grundsicherung gelten künftig strengere Vorgaben. Sobald eine Kinderbetreuung sichergestellt ist, sollen sie in der Regel ab dem 14. Lebensmonat des Kindes eine Erwerbstätigkeit aufnehmen oder an Maßnahmen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt teilnehmen.

Darüber hinaus sieht die Reform Änderungen bei Vermögen und Wohnkosten vor. Die bisherige Karenzzeit beim Schonvermögen soll entfallen; stattdessen wird das Schonvermögen nach Altersstufen gestaffelt. Zudem werden die übernommenen Kosten für Unterkunft und Miete stärker begrenzt, um die Ausgaben in der Grundsicherung zu reduzieren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Reform sind strengere Sanktionen im Bürgergeld-System. Wer etwa eine Fördermaßnahme abbricht oder sich nicht auf vorgeschlagene Stellen bewirbt, muss mit Leistungskürzungen von bis zu 30 Prozent des Regelbedarfs für drei Monate rechnen. Auch bei wiederholtem Nichterscheinen zu Terminen im Jobcenter sind Kürzungen vorgesehen. Im Extremfall kann der Anspruch auf Grundsicherungsleistungen vollständig entfallen. Gleichzeitig sollen jedoch die Schutzmechanismen für Menschen mit psychischen Erkrankungen gestärkt werden.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung wurde mit 320 Stimmen angenommen. 268 Abgeordnete stimmten mit Nein, es gab zwei Enthaltungen von Jan Dieren und Ruppert Stüwe (beide SPD). 

Zu dem Tagesordnungspunkt lagen mehrere Anträge der Oppositionsfraktionen vor, die jedoch nicht namentlich abgestimmt wurden.

Ausführlich bei abgeordnetenwatch.de ↗

Lobbyregister

Zu den Drucksachen dieser Abstimmung haben 14 Organisationen oder Personen im Lobbyregister des Bundestags Lobbyarbeit gemeldet.

Das zeigt, wer sich zu diesem Vorhaben an Bundestag oder Bundesregierung gewandt hat – nicht, welche Position vertreten wurde oder ob sie Einfluss auf das Ergebnis hatte.

Interessenvertretungen anzeigen

Quelle: Lobbyregister des Deutschen Bundestages, verknüpft über die Drucksachennummern.

Abgeordnete

Baumann, Bernd AfDAbwesend
Bernhard, Marc AfDAbwesend
Brandes, Dirk AfDAbwesend
Dietz, Thomas AfDAbwesend
Hess, Martin AfDAbwesend
Naujok, Edgar AfDAbwesend
Strauß, Otto AfDAbwesend
Alhamwi, Alaa GrüneNein
Asar, Ayse GrüneNein
Badum, Lisa GrüneNein
Benner, Lukas GrüneNein
Bär, Karl GrüneNein
Dahmen, Janosch GrüneAbwesend
Ebner, Harald GrüneNein
Eckert, Leon GrüneNein
Grau, Armin GrüneNein
Gumnior, Lena GrüneNein
Kaddor, Lamya GrüneNein
Khan, Misbah GrüneNein
Kopf, Chantal GrüneNein
Lang, Ricarda GrüneNein
Lehmann, Sven GrüneNein
Lemke, Steffi GrüneNein
Loop, Denise GrüneNein
Lucks, Max GrüneNein
Mayer, Zoe GrüneNein
Nanni, Sara GrüneNein
Nick, Ophelia GrüneNein
Paus, Lisa GrüneAbwesend
Polat, Filiz GrüneNein
Roth, Claudia GrüneNein
Schauws, Ulle GrüneNein
Slawik, Nyke GrüneAbwesend
Steffen, Till GrüneNein
Stein, Sandra GrüneNein
Uhlig, Katrin GrüneNein
Lenz, Andreas CSUAbwesend
Bauer, Marcel LinkeAbwesend
Edis, Mirze LinkeNein
Fey, Katrin LinkeNein
Gysi, Gregor LinkeAbwesend
Hoß, Luke LinkeNein
Ince, Cem LinkeNein
Lay, Caren LinkeNein
Merendino, Stella LinkeAbwesend
Mirow, Sahra LinkeAbwesend
Pantisano, Luigi LinkeAbwesend
Schötz, Evelyn LinkeAbwesend
Vollath, Sarah LinkeAbwesend
Zerr, Anne LinkeAbwesend
Dieren, Jan SPDEnthaltung
Faeser, Nancy SPDAbwesend
Stüwe, Ruppert SPDEnthaltung
Trabert, Gerhard parteilosAbwesend