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ABSTIMMUNG · 27.02.2026

Anpassung des nationalen Rechts an die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS-Anpassungsgesetz)

Angenommen Europapolitik und Europäische UnionMigration und Aufenthaltsrecht

Ergebnis

309Ja
260Nein
2Enthaltung
59Abwesend

So haben die Fraktionen gestimmt

CDUgeschlossen Ja
159005
AfDgeschlossen Nein
0128023
SPDmehrheitlich Ja
1061211
Grünegeschlossen Nein
08302
Linkegeschlossen Nein
048015
CSUgeschlossen Ja
44000
parteilosnicht abgestimmt
0002
SSWnicht abgestimmt
0001
JaNeinEnthaltungAbwesend

Worum ging es?

Der Bundestag hat in namentlicher Abstimmung den Weg für die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) in Deutschland freigemacht. Mit dem Gesetz der Bundesregierung wird das deutsche Asyl- und Aufenthaltsrecht an elf EU-Rechtsakte angepasst, die das Europäische Parlament und der Rat bereits am 14. Mai 2024 beschlossen hatten. Die Reform umfasst eine Richtlinie und zehn Verordnungen und tritt Mitte 2026 vollständig in Kraft. Ziel ist es, das europäische Asylsystem einheitlicher zu gestalten, Verfahren zu beschleunigen, humanitäre Standards zu sichern und irreguläre Migration besser zu steuern. Zugleich soll ein neuer Solidaritätsmechanismus sicherstellen, dass Mitgliedstaaten bei hoher Migrationsbelastung entlastet werden.

Kernstück der Reform ist unter anderem die neue Asylverfahrens-Verordnung. Sie führt verpflichtende Asylgrenzverfahren für bestimmte Personengruppen ein. Künftig sollen Asylanträge von Personen, bei denen ein Schutzanspruch voraussichtlich nicht besteht, bereits an den EU-Außengrenzen in einem beschleunigten Verfahren geprüft werden. Das betrifft nach Angaben der Bundesregierung etwa Menschen, die über ihre Identität getäuscht haben, eine Gefahr für die nationale Sicherheit oder öffentliche Ordnung darstellen oder aus Herkunftsstaaten mit einer EU-weiten Schutzquote von 20 Prozent oder weniger kommen. Von diesen Grenzverfahren ausgenommen sind unbegleitete Minderjährige, sofern sie keine Sicherheitsgefahr darstellen. Auch Minderjährige und ihre Familien sollen nicht vorrangig in diese Verfahren einbezogen werden. Obwohl Deutschland keine landseitigen EU-Außengrenzen hat, müssen entsprechende Verfahren an Flughäfen und Seehäfen eingeführt werden.

Weitere Bestandteile der Reform betreffen unter anderem die Zuständigkeitsregeln zwischen den Mitgliedstaaten (Nachfolge der Dublin-III-Verordnung), eine Reform der Eurodac-Datenbank zur besseren Registrierung von Asylsuchenden, ein neues Verfahren zur Identitäts- und Sicherheitsüberprüfung bei irregulärer Einreise sowie Sonderregelungen für Krisensituationen mit außergewöhnlich hoher Belastung der Asylsysteme.

Mit dem Anpassungsgesetz werden zahlreiche nationale Vorschriften geändert oder gestrichen, um sie an das unmittelbar geltende EU-Recht anzupassen. Zudem werden Zuständigkeiten neu geregelt und rechtliche Grundlagen für die praktische Umsetzung geschaffen. Die Bundesregierung betont, dass eine frühzeitige Anpassung des nationalen Rechts notwendig sei, um Bund, Ländern und Kommunen Planungssicherheit für die organisatorische Umsetzung der neuen Vorgaben zu geben.

Für das sogenannte GEAS-Anpassungsgesetz stimmten 309 Abgeordnete, 260 votierten dagegen, darunter auch Carolin Wagner (SPD-Fraktion). Jan Dieren und Rasha Nasr (beide SPD-Fraktion) enthielten sich.

Ausführlich bei abgeordnetenwatch.de ↗

Lobbyregister

Zu den Drucksachen dieser Abstimmung haben 8 Organisationen oder Personen im Lobbyregister des Bundestags Lobbyarbeit gemeldet.

Das zeigt, wer sich zu diesem Vorhaben an Bundestag oder Bundesregierung gewandt hat – nicht, welche Position vertreten wurde oder ob sie Einfluss auf das Ergebnis hatte.

Interessenvertretungen anzeigen

Quelle: Lobbyregister des Deutschen Bundestages, verknüpft über die Drucksachennummern.

Abgeordnete

Balten, Adam AfDAbwesend
Blos, Michael AfDAbwesend
Brandes, Dirk AfDAbwesend
Finger, Hauke AfDAbwesend
Hess, Martin AfDAbwesend
Martel, Johann AfDAbwesend
Naujok, Edgar AfDAbwesend
Nieland, Iris AfDAbwesend
Rudzka, Angela AfDAbwesend
Uhr, Martina AfDAbwesend
Weidel, Alice AfDAbwesend
Alhamwi, Alaa GrüneNein
Asar, Ayse GrüneNein
Badum, Lisa GrüneNein
Benner, Lukas GrüneNein
Bär, Karl GrüneNein
Ebner, Harald GrüneNein
Eckert, Leon GrüneNein
Grau, Armin GrüneNein
Gumnior, Lena GrüneNein
Kaddor, Lamya GrüneNein
Khan, Misbah GrüneNein
Kopf, Chantal GrüneNein
Lang, Ricarda GrüneNein
Lehmann, Sven GrüneNein
Lemke, Steffi GrüneNein
Loop, Denise GrüneNein
Lucks, Max GrüneNein
Mayer, Zoe GrüneNein
Mihalic, Irene GrüneAbwesend
Nanni, Sara GrüneNein
Nick, Ophelia GrüneNein
Paus, Lisa GrüneNein
Polat, Filiz GrüneNein
Roth, Claudia GrüneNein
Schauws, Ulle GrüneNein
Slawik, Nyke GrüneNein
Steffen, Till GrüneNein
Stein, Sandra GrüneNein
Uhlig, Katrin GrüneNein
Asghari, Reza CDUAbwesend
Lehmann, Jens CDUAbwesend
Stier, Dieter CDUAbwesend
Akbulut, Gökay LinkeAbwesend
Bauer, Marcel LinkeAbwesend
Edis, Mirze LinkeNein
Fey, Katrin LinkeNein
Gysi, Gregor LinkeAbwesend
Gürpinar, Ates LinkeAbwesend
Hermeier, Mareike LinkeAbwesend
Hoß, Luke LinkeNein
Ince, Cem LinkeNein
Lay, Caren LinkeAbwesend
Merendino, Stella LinkeAbwesend
Mirow, Sahra LinkeAbwesend
Pantisano, Luigi LinkeAbwesend
Ramelow, Bodo LinkeAbwesend
Willnat, Christin LinkeAbwesend
Zerr, Anne LinkeAbwesend
van Aken, Jan LinkeAbwesend
Abdi, Sanae SPDAbwesend
Dieren, Jan SPDEnthaltung
Faeser, Nancy SPDAbwesend
Klose, Annika SPDAbwesend
Nasr, Rasha SPDEnthaltung
Schmidt, Uwe SPDAbwesend
Knodel, Sieghard parteilosAbwesend
Trabert, Gerhard parteilosAbwesend